Nawalny

geschrieben am: 08.05.2022 von: Frank Schirl in Kategorie(n): Juni 2022

USA, 2022; Regie: Daniel Roher; Kamera: Niki Waltl

Auf einem Flug von Nowosibirsk nach Moskau wurde Nawalny plötzlich von heftigen Schmerzen geplagt. Nach einer Notlandung in Sibirien kam er in ein lokales Krankenhaus, konnte dank des Einsatzes der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel aber nach Berlin ausgeflogen werden, wo er knapp überlebte. Bald stellte sich heraus, dass Nawalny mit dem Nervengift Nowitschock vergiftet wurde. Es ist ein schnellwirkendes Mittel, das nur wenige Stunden nach dem Einsatz nicht mehr im Körper festzustellen ist, aber wenn es entdeckt wird, unzweideutig nach Moskau weist. In den Monaten nach dem Anschlag lebte Nawalny zusammen mit seiner Frau Julija und ihren beiden Kindern im Exil im Schwarzwald und vor allem dort beobachtete sie Daniel Roher…

Nawalnys Nachforschungen und die öffentliche Überführung seiner Verfolger nehmen sich wie ein spannungsgeladener Thriller aus, wobei die Einblicke in die Recherchen seiner Mitarbeiter fast noch aufschlussreicher sind, in denen der Staatsterrorismus unter Putin demaskiert wird. Der Überfall auf die Ukraine verwundert vor diesem Hintergrund nicht mehr.
Filmdienst

„Nawalny“ setzt nicht nur den Fokus auf den Mann, der Putin seit Jahren herausfordert und dafür einen hohen Preis bezahlt, sondern thematisiert auch das System Putin. Ein System, das nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sein wahres Gesicht gezeigt hat. Sieht man sich an, wie Mitglieder des russischen Geheimdienstes entsandt wurden, um einen Kritiker mit chemischen Kampfmitteln mundtot zu machen, überrascht das weitere Handeln des Kremls unter Putin nicht
programmkino

… ein überaus hoffnungsvoller Film – weil er zeigt, wie weit manche Menschen für ihre (gute) Sache und den Widerstand gegen einen autokratischen Herrscher zu gehen bereit sind.
kinozeit

…die Ereignisse während Nawalnys Reise nach Tomsk und dem dort erfolgten Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok, den Nawalny nur mit viel Glück überlebte, weil er über verschlungene Wege nach Deutschland zur medizinischen Behandlung gebracht wurde. Was dort dann passiert, ist so unglaublich, dass man sich inmitten eines hochspannenden, aber völlig ausgedachten Agententhrillers glaubt – und doch hat es sich genauso zugetragen.
kinozeit